Akkordeon-Orchester Berlin e.V.


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Chronik des Akkordeon-Orchesters Berlin e.V.

Im April des Jahres 1948 wurde das Akkordeon-Orchester an der Musikschule Neukölln
durch den Akkordeonlehrer Johannes Geisler gegründet. Aus heutiger Sicht war es damals
ein großes Wagnis, da die Menschen noch sehr unter den Folgen des Weltkrieges litten.
Erschwerend kam bereits einen Monat nach der Gründung der Beginn der Berliner Blockade
hinzu; und so war es damals für die Spieler Pflicht, zu den Proben im Winter ein Stück Holz
oder Kohlen mitzubringen, damit die Finger beim Spielen nicht zu klamm wurden. Gespielt
wurde auf Instrumenten,die man irgendwie über die Kriegszeit hatte retten können und die
deshalb auch in einem entsprechenden Zustand waren.

Die Situation verbesserte sich aber allmählich und das Orchester wuchs in den 50er Jahren.
Die politische Situation sollte jedoch das junge Ensemble sehr bald einholen.

Mit dem 13. August 1961 kam ein schwerer Rückschlag, denn die Spieler, die aus dem Ostteil
der Stadt kamen, standen wegen des Mauerbaus von einem auf den anderen Tag nicht mehr
zur Verfügung. Johannes Geisler mußte noch einmal von Neuem das Orchester aufbauen.
Durch sein Lehrertätigkeit an den Musikschulen Neukölln und Kreuzberg schaffte er es, eine
recht große Zahl von Schülern in den einzelnen Vorstufen auszubilden, von denen die jeweils
besten sich durch ihr Spiel bis zum Orchester qualifizieren konnten. Geprägt durch die Eindrücke
der Vergangenheit versuchte Johannes Geisler den Gedanken der Völkerverständigung an seine
Schüler weiterzugeben. Es entwickelte sich Mitte der 60er Jahre ein ständiger Austausch mit
dem Akkordeon-Orchester "Les Amis du Foyer" aus Paris, der bis 1972 anhielt. Persönliche
Freundschaften einzelner Spieler zu ihren damaligen Gastgebern bestehen bis heute.

Neben den eigenen Orchesterkonzerten und Auftritten bei diversen öffentlichen Veranstaltungen
wurden immer auch Schülervorspiele durchgeführt. Sie waren bei den Spielern besonders
gefürchtet, weil jeder Spieler sich einzeln auf der Bühne solistisch präsentieren "durfte".

1978 war ein besonders erfolgreiches Jahr. Auf Einladung der Organisation "Friendship Force",
die vom damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter gegründet wurde, reiste das Orchester nach
Minneapolis/USA, wo es auf einer 10tägigen Konzerttournee als musikalische Botschafter Berlins
spielte. Auch hier waren die Spieler bei Gastfamilie untergebracht.

Im Jahre 1980 gab Johannes Geisler sein letztes Konzert mit dem Orchester. Bei seinem letzten
Auftritt übergab er das Dirigat an seinen Sohn Peter, der fortan die Geschicke des Orchesters
in der Hand hatte. Unter seiner Leitung trat das Orchester im ZDF in der Sendung "Früh übt sich"
auf. Es folgten Konzertreisen nach Stolberg und Herne, sowie die Gegenbesuche der beiden
Partnerorchester.

1986 führte das Orchester auf Einladung des Bezirksamtes Neukölln und der Böhmischen
Brüdergemeine eine Konzertreise nach Usti nad Orlici durch. Hier konnte das Orchester in vielen
Gesprächen mit den damaligen Funktionären erreichen, dass bereits ein Jahr später die
tschechische Folkloregruppe die Erlaubnis erhielt in West-Berlin aufzutreten und dass die Tänzer
und Musikanten sogar bei unseren Spielern privat untergebracht werden konnten. Auch mit
diesem Ensemble besteht weiterhin ein sehr freundschaftlicher Kontakt.

1992 nahm das damalige Jugendorchester, verstärkt durch einige Spieler aus dem
Erwachsenenorchester, am 4.Internationalen Akkordeon-Festival in Innsbruck teil. Es erspielte
sich den 1.Preis in der Kategorie "Hauptstufe Erwachsene".

1993 übernahm Detlef Quaas das Dirigat von Peter Geisler. Es folgten eine Konzertreise nach
Frankfurt/Oder, diverse Probenwochenenden in Weißenstadt/Franken, sowie 1996 eine Reise
nach Cottbus, wo das Orchester beim dortigen Treffen des DHV Brandenburg das Abschluß-
konzert bestreiten durfte. 

Im Jahre 1996 wurde das Orchester unter dem Namen "Akkordeon-Orchester Berlin e.V." in das
Vereinsregister eingetragen. Unter dem gleichen Namen wird es seitdem auch im Vorlesungs-
verzeichnis der Musikschule Neukölln geführt.

Auch 1995 und 1998 nahm das Orchester erfolgreich am Internationalen Akkordeon-Festival in
Innsbruck teil und erspielte sich dort jeweils in der Kategorie "Oberstufe Erwachsene" die Note
"ausgezeichnet".

Im Herbst des Jahres 1998 feierte das Orchester sein 50jähriges Bestehen mit einem großen
Festkonzert. Dieses wurde von der AVS-Band Schönaich unter der Leitung von Wolfgang Russ
musikalisch umrahmt.

Beim Landesausscheid zum Deutschen Orchester Wettbewerb 1999 musste sich das Orchester
nur knapp geschlagen geben und mit einem 2. Platz begnügen.

Ein Gegenbesuch beim Akkordeonverein Schönaich und ein weiterer Besuch der befreundeten
Folkloregruppe aus Usti nad Orlici in Tschechien standen im Jahr 2000 auf dem Programm.

Danach folgten weitere Probenwochenenden in Weißack (mit Konzert im Schloss Fürstlich Drehna),
Rheinsberg und Groß-Pinnow sowie regelmäßige Auftritte im Berliner Raum. Die letzte Konzertreise
führte das AOB im Oktober 2007 nach Bad Krozingen zu dem dortigen Akkordeonverein, mit dem
schon länger enge Freundschaften gepflegt werden.

Das Repertoire des Orchesters und auch des Ensembles ist über die Jahre sehr vielfältig geworden:
Von klassischen Bearbeitungen über Akkordeonorchester-Originalmusik und argentinischen Tango
bis hin zu Arrangements aus den Bereichen Musical, Filmmusik, Jazz, Rock und Pop. Etwa einmal
jährlich lädt sich das AOB zur Weiterbildung einen namhaften Gast-Dozenten ein, so z.B.
Wolfgang Russ, Thomas Bauer und Stefan Hippe. Des Weiteren spielen etliche Mitglieder im
Landes-Akkordeonorchester Berlin und nehmen regelmäßig an Seminaren, wie z.B. der Pfingst-
arbeitswoche in Remscheid, teil.

Der jüngste Erfolg des Orchesters war die erfolgreiche Qualifikation im Landesausscheid zum
Deutschen Orchester Wettbewerb 2008 und der zehnte Platz beim Bundeswettbwerb im Mai 2008
in Wuppertal.

Im Herbst 2008 feierte das Orchester sein 60jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumskonzert.